Gutshaus

Gutshaus

Das Backsteinhaus, dicht neben der Nedlitzer Nordbrücke, ist das ehemalige Wohnhaus des Gutes „Nedlitzer Fähre“, das 300 Jahre im Besitz der Familie Müller war.

Ende des 18. Jahrhunderts ließ der Besitzer an dieser Stelle ein massives, einstöckiges Wohnhaus erbauen. Als unter der Regierung des Preußenkönigs Friedrich Wilhelm IV, dem „Architekten auf dem Thron“, die Chaussee von Potsdam nach Spandau angelegt wurde, musste auch die vorherige Holzbrücke durch ein massives Bauwerk ersetzt werden (um 1850). Die Anrampung der Straße erforderte Veränderungen am Gutshaus. Das von Heinrich Ludwig Manger 1778-1780 errichtete Hauptgebäude des Gutes wurde in den Entwurf von Persius eingebunden und ist im neuen Gutshaus in den beiden verputzten Untergeschossen erkennbar. Haus und Brücke ergaben ein sehr schönes, wahrhaft königliches Ensemble im normannischen Stil. Leider wurde die Brücke zum Ende des zweiten Weltkrieges von der deutschen Wehrmacht teilweise gesprengt. Dadurch wurde auch das Haus beschädigt, und der zinnenbekrönte Turm konnte nicht mehr erhalten werden.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Gebäude auf verschiedenste Art genutzt. Es war Bürohaus der Maschinentraktorenstation (MTS), später des Kreisbetriebes für Landtechnik (KfL). Nach der politischen Wende 1989 zog eine Metallbaufirma ein und von 1997 bis 2003 befand sich dort das Amt Fahrland. Seit 2005 hat sich u. a. die Sielmann Stiftung dort niedergelassen.

Das Gebäude befindet sich in der Tschudistraße 1 und steht seit 1999 unter Denkmalschutz.

Bilder:

1: Gutshaus und neue Nedlitzer Nordbrücke 2005